Der Name klingt nach einer anderen Zeit. Und das ist genau das Problem.
Reichsflugscheibe – ein Begriff der sofort eine Ära evoziert, eine Ästhetik, eine politische Assoziation die dem Thema aufgezwungen wurde. Wer sich für die Flugscheiben interessiert, muss durch diesen Namen hindurch. Und wer genauer hinschaut merkt: der Mythos ist älter als das Reich das ihm den Namen gab.
Was eine Reichsflugscheibe ist

Reichsflugscheiben – auch RFZ, Rundflugzeuge oder schlicht Flugscheiben genannt – sind scheibenförmige Fluggeräte die in der Überlieferung der alternativen Geschichte dem Deutschen Reich zugeschrieben werden. Untertassenförmig, mit einem Antrieb der konventionelle Physik überwindet, für Luft- und Raumfahrt konzipiert.
Das vollständige Bild – Typen, Antrieb, Modelle, technische Details – findet sich im Hauptartikel: Haunebu – Bedeutung, Mythos und was dahintersteckt.
Dieser Artikel widmet sich dem Begriff selbst. Woher er kommt. Was er trägt. Und was er verschleiert.
Der Begriff und seine Last
Reichsflugscheibe ist eine Sammelbezeichnung die im Nachhinein entstand – nicht während des Zweiten Weltkriegs, sondern in der alternativen Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit. Das „Reich“ im Namen ist eine Zuschreibung, keine Eigenbezeichnung der angeblichen Konstrukteure.
Was dabei gerne vergessen wird: Die Faszination für diese Fluggeräte und der VRIL-Kult der sie umgibt entstanden vor dem Zweiten Weltkrieg. Helena Blavatsky legte die theoretische Grundlage für VRIL bereits 1888. Die Vril-Gesellschaft und ihre Medien – darunter Maria Orsic, eine der zentralen Figuren dieser Geschichte – empfingen angeblich die ersten kosmischen Baupläne 1919. Das ist Weimarer Republik, nicht Drittes Reich.
Die Politisierung des Begriffs ist eine nachträgliche Überformung. Der Mythos gehört zu keiner Partei und keiner Ideologie. Er gehört zu einer Faszination für das Unbekannte die deutlich älter ist.
Maria Orsic – die zweite geistige Mutter
Neben Blavatsky ist Maria Orsic die zweite Schlüsselfigur im Ursprung der Reichsflugscheiben-Überlieferung.
Orsic – Medium der Vril-Gesellschaft, in manchen Quellen als Gründerin beschrieben – soll die kosmischen Botschaften aus dem Aldebaran-System empfangen haben die zur Jenseitsflugmaschine führten. Damit steht sie an der Geburtsstunde des gesamten Antriebsprogramms das später als Reichsflugscheibe bekannt wurde.
Wie Blavatsky ist sie eine Frau in einem Universum das sonst von Männern in Uniformen dominiert wird. Und wie bei den VRIL-Damen insgesamt gilt: als historische Person nicht eindeutig belegt – als mythische Figur von unersetzlicher Bedeutung für die Überlieferung.
Reichsflugscheiben in der Gegenwart
In der heutigen Zeit begegnen Reichsflugscheiben vor allem in drei Kontexten.
In der Science Fiction und Popkultur – von Iron Sky bis zu Videospielen und Modellbau – hat die Ästhetik längst ein Eigenleben entwickelt das vom historischen Ursprung unabhängig ist. Die Form, der Mythos, die Bildsprache – das funktioniert als kulturelles Phänomen ganz ohne Verschwörungstheorie.
In der alternativen Geschichtsforschung werden Reichsflugscheiben als Beleg für fortgeschrittene deutsche Technologien diskutiert die nach Kriegsende verschwanden oder übernommen wurden. Die Verbindung zu Stealth-Technologie und Nurflüglern – B-2 Spirit, F-117, die Horten-Flugzeuge – wird dabei immer wieder gezogen. Nicht als Beweis, aber als Frage.
Und in der UAP-Debatte der letzten Jahre – seit den US-Kongressanhörungen 2021 bis 2023 – erlebt das Thema eine neue Aufmerksamkeit. Objekte die sich verhalten wie keine bekannte menschliche Technologie. Die Frage ob das Reichsflugscheibenprinzip irgendwo weiterentwickelt wurde, ist damit nicht beantwortet – aber auch nicht abgeschlossen.
2012 und das Wiederaufleben des Mythos
Das Jahr 2012 markierte einen Höhepunkt des öffentlichen Interesses an Reichsflugscheiben – ausgelöst durch das Ende des Maya-Kalenders und die damit verbundenen apokalyptischen und messianischen Erwartungen die sich in verschiedenen alternativen Szenen mit dem Flugscheiben-Mythos verbanden.
Das Datum ist passiert. Die Welt endete nicht. Aber das Interesse blieb – und hat sich seitdem auf nüchternerem Boden weiterentwickelt. Die UAP-Debatte hat dem Thema mehr seriöse Aufmerksamkeit gebracht als jede Endzeitspekulation je könnte.
Das Haunebu – Das schlichte Original T-Shirt trägt die Form ohne den Lärm – die Flugscheibe als Motiv, befreit von allem was ihr aufgeladen wurde.
FAQ
Was ist eine Reichsflugscheibe? Eine Sammelbezeichnung für scheibenförmige Fluggeräte die in der alternativen Geschichtsüberlieferung dem Deutschen Reich zugeschrieben werden. Der Begriff entstand nachträglich – die Faszination für das Konzept ist älter als das Reich das ihm den Namen gab.
Was ist der Unterschied zwischen Reichsflugscheibe und Haunebu? Haunebu ist die spezifische Typenbezeichnung einer Flugscheibenserie. Reichsflugscheibe ist der übergeordnete Begriff für alle scheibenförmigen Fluggeräte dieser Überlieferung – inklusive der Vril-Fahrzeuge und des Andromeda-Geräts. Alle Haunebu sind Reichsflugscheiben, aber nicht alle Reichsflugscheiben sind Haunebu.
Was bedeutet RFZ? Rundflugzeug – eine weitere Bezeichnung für die scheibenförmigen Fluggeräte. Auch Nurflügler wird gelegentlich synonym verwendet, obwohl Nurflügler technisch eine breitere Kategorie bezeichnet.
Wer steht am Ursprung des Reichsflugscheiben-Mythos? Zwei Frauen: Helena Blavatsky legte mit ihrer VRIL-Theorie die intellektuelle Grundlage. Maria Orsic soll als Medium der Vril-Gesellschaft die kosmischen Baupläne für den ersten Prototyp empfangen haben. Beide sind Schlüsselfiguren – keine von beiden ist ein Mann in Uniform.
Haben Reichsflugscheiben einen Einfluss auf moderne Technologie? Die Verbindung zwischen deutschen Nurflügler-Konzepten und amerikanischen Stealth-Flugzeugen ist historisch dokumentiert. Ob das eine direkte Linie zur spekulativen Reichsflugscheibentechnologie darstellt, ist offen.
Quellen: – Reichsflugscheibe. Wikipedia DE → https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsflugscheibe – Alle spezifischen Angaben zur Haunebu-Überlieferung entstammen der nicht verifizierbaren Überlieferungsliteratur und sind als Mythos-Kontext zu verstehen.
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