Vril in der Popkultur – von Bulwer-Lytton bis Call of Duty

Ein Begriff aus dem Jahr 1871 hat es in die umsatzstärksten Videospielreihen der Welt geschafft. Wer Call of Duty: Black Ops gespielt hat, kennt das Vril Device – einen goldenen Stab dessen Ursprung im Spieluniversum tief in der Geschichte vergraben liegt. Was die Entwickler dort eingebaut haben, ist kein Zufallsfund. Es ist Vril – und Vril hat eine Vergangenheit die weit über Videospiele hinausgeht.


Der Ursprung den die Popkultur weiterzieht

Vril-Artefakt in der Popkultur – glühender goldener Stab | Haunebu Archivum
Das Vril-Device: In der Überlieferung ein Energieträger, in der Popkultur ein Artefakt das Welten verbindet.

Edward Bulwer-Lytton veröffentlichte 1871 den Roman Vril, the Power of the Coming Race. Darin beschreibt er eine unterirdische Zivilisation die eine universelle Lebenskraft namens Vril beherrscht – eine Energie die heilt, zerstört und die Welt nach Willen formt. Als Sciencefiction war das Buch seiner Zeit voraus. Als Mythos war es noch langlebiger.

Noch zu Lebzeiten Bulwer-Lyttons begannen Leser das Buch nicht als Roman sondern als verschlüsselten Tatsachenbericht zu lesen. Theosophen, Okkultisten und später auch die Vril-Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts übernahmen den Begriff und füllten ihn mit eigener Bedeutung. Was als Fiktion begann, wurde Überlieferung. Und was Überlieferung wird, bleibt im kollektiven Gedächtnis – bis es die Popkultur wiederentdeckt.


Vril in Videospielen

Die bekannteste Verwendung in der Spielekultur findet sich in der Call of Duty: Black Ops Zombies-Reihe. Das sogenannte Vril Device – dort auch als Golden Rod bezeichnet – taucht ab Call of the Dead auf und zieht sich als Schlüsselartefakt durch mehrere Spielkarten bis in die späten Einträge der Reihe. In der Spielmythologie ist es ein Werkzeug mit dem sich Bewusstsein übertragen, Dimensionen öffnen und Kontrolle über übernatürliche Kräfte erlangen lässt.

Die Entwickler haben dabei bewusst auf die reale Überlieferung zurückgegriffen. In den Spieldaten taucht explizit der Hinweis auf Bulwer-Lyttons Roman auf. Das Vril Device ist kein freie Erfindung – es ist eine Interpretation eines Konzepts das seit 150 Jahren in der Überlieferungsliteratur kursiert.

Auch die Wolfenstein-Reihe bedient sich verwandter Mythen. Die Technologie der antagonistischen Kräfte beruht auf Ideen die direkt aus dem Überlieferungsbereich rund um Reichsflugscheiben, Geheimwaffen und okkulte Wissenschaft stammen – das inhaltliche Nachbargebiet von Vril und Haunebu. Die Grenze zwischen Spielfiktion und Mythos ist in beiden Fällen durchlässig – das ist Absicht, keine Ungenauigkeit.


Vril im Film

Iron Sky – der finnisch-deutsche Kultfilm von 2012 – hat Haunebu und die gesamte Mythologie rund um Reichsflugscheiben in die breite Öffentlichkeit gebracht. Vril als direkt benannte Kraft spielt im Film selbst eine untergeordnete Rolle, aber das Universum in dem er operiert ist dasselbe. Die Technik, die Ästhetik, die narrative Logik – alles verweist auf denselben Überlieferungsstrang.

Was Iron Sky für die visuelle Kultur geleistet hat, ist dokumentiert: eine neue Generation hat durch ihn Begriffe wie Haunebu, Neuschwabenland und Reichsflugscheibe zum ersten Mal gehört. Das ist dieselbe Brückenfunktion die CoD Zombies für ein jüngeres Publikum übernimmt. Die Mythologie reist in Containern die die jeweilige Zeit bereitstellt.

Das Archiv hat sich mit diesem Phänomen bereits in Haunebu in der Kunst auseinandergesetzt – Vril folgt denselben Rezeptionsmustern.


Warum Vril nicht verschwindet

Andere Konzepte aus dem okkulten 19. Jahrhundert sind in Vergessenheit geraten. Vril nicht. Das liegt an einer Eigenschaft die der Begriff von Beginn an mitgebracht hat: Vril ist nicht definiert. Es ist eine Kraft ohne vollständige Beschreibung, eine Energie ohne messbare Parameter, ein Potenzial das sich jedem Medium anpasst ohne seinen Kern zu verlieren.

In Spielen ist Vril ein Artefakt mit dem man Türen öffnet. In Filmen ist es Treibstoff für Flugscheiben. In der Überlieferungsliteratur ist es Lebensenergie, Kommunikationsmittel, Waffe und spirituelle Substanz gleichzeitig. Kein dieser Interpretationen widerspricht den anderen – weil Bulwer-Lytton eine absichtliche Lücke gelassen hat.

Diese Lücke ist produktiv. Sie lädt zur Weitererzählung ein. Und solange Menschen Geschichten über verborgene Energien, unterirdische Zivilisationen und Technologien jenseits des Bekannten erzählen wollen, werden sie auf Vril zurückgreifen.

Das In Vril We Trust Shirt aus dem Nordmark-Shop steht genau in dieser Tradition – nicht als Bekenntnis zu einer Theorie, sondern als Zugehörigkeitssignal zu einer Faszination die 150 Jahre überlebt hat.


FAQ

Ist das Vril Device aus Call of Duty real? Der Begriff und das Konzept dahinter sind real – sie stammen aus Edward Bulwer-Lyttons Roman von 1871 und der darauf aufbauenden Überlieferungsliteratur. Das konkrete Artefakt im Spiel ist eine fiktionale Interpretation dieser Vorlage. Die Entwickler haben die Verbindung zum Roman explizit eingebaut.

In welchen Spielen kommt Vril vor? Am prominentesten in der Call of Duty: Black Ops Zombies-Reihe, wo das Vril Device als zentrales Artefakt über mehrere Teile hinweg auftritt. Verwandte Mythologien – Reichsflugscheiben, okkulte Technologie, alternative Geschichte – tauchen auch in der Wolfenstein-Reihe auf.

Warum greift die Popkultur immer wieder auf Vril zurück? Weil der Begriff offen genug ist, um sich jedem narrativen Rahmen anzupassen, und gleichzeitig historisch verwurzelt genug, um Tiefe zu suggerieren. Eine freie Erfindung hätte denselben Effekt nicht erzielt – die reale Überlieferungsgeschichte ist Teil des Reizes.


Quellen: – Vril. Wikipedia DE → https://de.wikipedia.org/wiki/Vril – Alle spezifischen Angaben zur Vril-Überlieferung entstammen der nicht verifizierbaren Überlieferungsliteratur und sind als Mythos-Kontext zu verstehen.

Christoph – Haunebu Kommandant, Gründer von Projekt Nordmark

Christoph · Haunebu Kommandant

Gründer von Projekt Nordmark und Haunebu Kommandant des 1.HGPN. Seit 2008 entstehen unter seinem Namen Motive, Texte und Musik rund um Haunebu, VRIL und nordische Mythologie – unpolitisch, aus echter Faszination, mit eigenem Universum.

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GE32 – Kostenloser Online Roman

Wer die Themen dieses Archivs kennt, wird im GE32 Universum eine vertraute Welt finden. Auf ge32.de entsteht mit Sirius B ein serieller Roman der Haunebu, VRIL und alternative Realitäten als lebendigen Kanon erzählt — irgendwo zwischen Military Fiction, nordischer Mythologie und klassischer Space Opera.

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