VRIL Gesellschaft, der Hintergrund

Fünf Frauen. Eine Sprache die niemand übersetzen konnte. Baupläne die angeblich aus dem Aldebaran-System empfangen wurden.

Das ist der Kern der Vril-Gesellschaft – so wie sie überliefert ist. Und die entscheidende Frage ist nicht ob man das glaubt. Die Frage ist: Woher kommt diese Geschichte, wer hat sie geprägt, und was lässt sich davon tatsächlich belegen?


Was die Vril-Gesellschaft sein soll

Die Vril-Gesellschaft – fünf VRIL-Damen um eine Energiequelle | Haunebu Archivum

In der alternativen Geschichtsüberlieferung ist die Vril-Gesellschaft eine okkulte Vereinigung die im Deutschland der 1920er Jahre aktiv war – parallel zur besser dokumentierten Thule-Gesellschaft, aber mit einem anderen Fokus. Während die Thule-Gesellschaft politisch agierte und Verbindungen zu frühen nationalsozialistischen Netzwerken hatte, soll sich die Vril-Gesellschaft ausschließlich mit Energieforschung, Mediumismus und kosmischer Kommunikation beschäftigt haben.

Ihr Ziel, laut Überlieferung: den Zugang zur VRIL-Energie zu erschließen – der universellen Lebenskraft die Edward Bulwer-Lytton 1871 in seinem Roman „The Coming Race“ beschrieben hatte. Nicht als Fiktion, sondern als reales kosmisches Prinzip.

Was historisch überprüfbar ist: Die Thule-Gesellschaft existierte. Der Begriff VRIL zirkulierte in okkulten Kreisen. Eine eigenständig organisierte „Vril-Gesellschaft“ mit Mitgliederlisten und Protokollen ist nicht dokumentiert.


Der Ursprung – Bulwer-Lytton und die Hohlwelt

Der intellektuelle Ausgangspunkt der gesamten Überlieferung ist ein Roman.

Edward Bulwer-Lytton veröffentlichte 1871 „The Coming Race“ – auf Deutsch „Die kommende Rasse“. Die Handlung führt in eine Hohlwelt unter der Erdoberfläche, bewohnt von den Vril-ya, einer Rasse die eine universelle Energie namens VRIL beherrscht. Telekinese, Telepathie, Levitation – alles Ausdruck derselben Grundkraft.

Der Name VRIL wurde vermutlich vom lateinischen virilis abgeleitet – kraftvoll, männlich, lebendig. Im Roman teilen Menschen und Vril-ya einen gemeinsamen Ursprung: beide Rassen wurden durch eine uralte Katastrophe getrennt und entwickelten sich seither separat. Die Vril-ya gelten als die überlegene Linie – und als potenzielle Bedrohung, denn eines Tages, so die Prophezeiung im Roman, werden sie an die Oberfläche zurückkehren.

Bulwer-Lytton meinte es als gesellschaftskritische Satire. Für die okkulten Bewegungen des späten 19. Jahrhunderts war es eine Offenbarung. Helena Petrovna Blavatsky, Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, zitierte VRIL in ihrer „Geheimlehre“ als Ausdruck einer realen kosmischen Urkraft. Von dort war es ein kurzer Weg in die deutschen Okkultkreise der Weimarer Republik.


Die VRIL-Damen – das Herzstück der Überlieferung

1919 hatten Frauen in Deutschland gerade das Wahlrecht erhalten. Die VRIL-Damen interessierten sich nicht für Wahlrecht. Sie empfingen Baupläne aus dem All.

In einer Welt in der Technologie und Macht ausschließlich männlich codiert war – Ingenieure, Offiziere, Wissenschaftler – saßen fünf Frauen am Ursprung des ehrgeizigsten Antriebsprojekts der Überlieferung. Nicht als Assistentinnen. Nicht als Sekretärinnen. Als die einzigen die die richtige Sprache sprechen konnten.

Namentlich überliefert sind: Maria, Traute, Sigrun, Gudrun und Heike.

Maria war das erste und bedeutendste Medium. Sie soll 1919 Botschaften empfangen haben die von Wesen aus dem Sternsystem Aldebaran stammten – technische Baupläne für eine Flugmaschine die keine bekannte Physik beschrieb. Das Problem: Maria konnte die Botschaften nicht entschlüsseln. Die Sprache war unbekannt.

Sigrun fand die Lösung. Ihr zufolge waren die Botschaften in einem alten sumerischen Dialekt verfasst. Mit ihrer Hilfe wurden die Baupläne lesbar – und bildeten die Grundlage für die Jenseitsflugmaschine, den angeblichen Ursprung aller Haunebu-Antriebe.

Die Männer bauten was die Frauen empfingen. Das ist die innere Logik des Mythos – und sie ist, ob beabsichtigt oder nicht, eine bemerkenswerte Umkehrung der Machtverhältnisse ihrer Zeit. Keine okkulte Gemeinschaft des frühen 20. Jahrhunderts hat Frauen eine vergleichbare Rolle zugeschrieben: nicht als Dekor, nicht als Begleiterinnen, sondern als Trägerinnen des entscheidenden Wissens.

Ob diese Frauen als historische Personen existierten, ist nicht belegt. Keine Nachlässe, keine Zeitzeugenberichte, keine Dokumente. Was existiert sind Erwähnungen in alternativen Geschichtspublikationen der 1990er Jahre ohne rückverfolgbare Primärquellen.

Das macht die VRIL-Damen zu dem was sie sind: Figuren an der Grenze zwischen historischer Möglichkeit und mythischer Konstruktion. Aber als mythische Konstruktion sind sie außergewöhnlich – weil sie in einem Universum das sonst von Männern in Uniformen dominiert wird, fünf Frauen ins Zentrum stellen.


Wichtige Persönlichkeiten im weiteren Umfeld

Helena Blavastky
Helena Blavastky

Neben den VRIL-Damen werden in der Überlieferung weitere Personen mit der Vril-Gesellschaft in Verbindung gebracht:

Edward Bulwer-Lytton – als geistiger Urheber des VRIL-Konzepts, auch wenn er der Gesellschaft nie angehörte und Jahrzehnte vor ihrer angeblichen Gründung starb.

Helena Petrovna Blavatsky – Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, deren Werke VRIL als reales Energieprinzip etablierten und damit die Grundlage für die spätere okkulte Rezeption legten.

Louis Pauwels und Jacques Bergier – französische Autoren deren Werk „Aufbruch ins dritte Jahrtausend“ (1960) maßgeblich zur Popularisierung der okkulten Dimension des Dritten Reichs beitrug. Ihre Darstellung der Vril-Gesellschaft ist eine der meistzitierten Quellen – und zugleich eine der am wenigsten verifizierten.


Was belegt ist – und was nicht

Die ehrliche Bestandsaufnahme:

Belegt: Die Thule-Gesellschaft existierte und war politisch aktiv. Der VRIL-Begriff zirkulierte in okkulten Kreisen. Bulwer-Lyttons Roman war einflussreich. Blavatsky zitierte VRIL. Pauwels und Bergier schrieben über eine Vril-Gesellschaft.

Nicht belegt: Eine eigenständig organisierte Vril-Gesellschaft mit nachweisbaren Mitgliedern. Die VRIL-Damen als historische Personen. Der Empfang kosmischer Baupläne. Die Verbindung zur Jenseitsflugmaschine.

Das ist keine Widerlegung. Es ist die ehrliche Darstellung einer Quellenlage die es nicht erlaubt, die Frage eindeutig zu beantworten. Und genau diese Offenheit ist es, die den Mythos am Leben hält.

Wer mehr über den Haunebu-Kontext verstehen will in den die Vril-Gesellschaft eingebettet ist, findet in diesem Archiv die zusammenhängenden Artikel. Das In Vril We Trust T-Shirt trägt diesen Widerspruch in einem Satz – Bekenntnis zu einer Idee deren Wahrheitsgehalt jeder für sich entscheidet.


FAQ

Hat die Vril-Gesellschaft tatsächlich existiert? Historisch eindeutig belegt ist sie nicht. Es gibt keine zeitgenössischen Dokumente, Mitgliederlisten oder Protokolle. Was existiert sind Erwähnungen in alternativen Geschichtspublikationen der 1990er Jahre, die ihrerseits keine verifizierbaren Primärquellen nennen. Das schließt ihre Existenz nicht aus – es bedeutet dass die Frage offen bleibt.

Wer waren die VRIL-Damen? In der Überlieferung eine Gruppe von fünf Medien – Maria, Traute, Sigrun, Gudrun und Heike – die kosmische Botschaften empfangen haben sollen. Maria soll 1919 erste Kontakte zu Wesen aus dem Aldebaran-System gehabt haben, Sigrun die Botschaften als sumerischen Dialekt entschlüsselt haben. Als historische Personen sind sie nicht belegt.

Was ist der Unterschied zwischen Vril-Gesellschaft und Thule-Gesellschaft? Die Thule-Gesellschaft ist historisch belegt und hatte nachweisbare politische Verbindungen. Die Vril-Gesellschaft soll sich laut Überlieferung ausschließlich auf Energieforschung und Mediumismus konzentriert haben – ohne politische Agenda. Ob sie als eigenständige Organisation existierte oder eine Untergruppe der Thule-Gesellschaft war, ist nicht geklärt.

Was hat die Vril-Gesellschaft mit Haunebu zu tun? In der Überlieferung ist die Vril-Gesellschaft der Ursprung des gesamten Haunebu-Programms. Die durch die VRIL-Damen empfangenen kosmischen Baupläne bildeten die Grundlage für die Jenseitsflugmaschine – den ersten Prototyp in der Haunebu-Entwicklungslinie.

Wer hat das Bild der Vril-Gesellschaft geprägt? Maßgeblich Pauwels und Bergier mit „Aufbruch ins dritte Jahrtausend“ (1960), sowie verschiedene alternative Geschichtsautoren der 1990er Jahre. Helena Blavatsky legte die theoretische Grundlage für die VRIL-Konzeption bereits im späten 19. Jahrhundert.


Quellen: – Vril-Gesellschaft. Wikipedia DE → https://de.wikipedia.org/wiki/Vril-Gesellschaft – Thule-Gesellschaft. Wikipedia DE → https://de.wikipedia.org/wiki/Thule-Gesellschaft – Alle spezifischen Angaben zu VRIL-Damen und Gesellschaftsaktivitäten entstammen der nicht verifizierbaren Überlieferungsliteratur und sind als Mythos-Kontext zu verstehen.

Christoph – Haunebu Kommandant, Gründer von Projekt Nordmark

Christoph · Haunebu Kommandant

Gründer von Projekt Nordmark und Haunebu Kommandant des 1.HGPN. Seit 2008 entstehen unter seinem Namen Motive, Texte und Musik rund um Haunebu, VRIL und nordische Mythologie – unpolitisch, aus echter Faszination, mit eigenem Universum.

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